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Heißhunger adé

Heißhunger adé 1968 1064 Tom Reimer

Snackattack – der hungernde Feind in unserem Körper

Haben wir uns tagsüber meist gut im Griff, schlägt er abends zu: Der berühmt-berüchtigte Heißhunger,  die unstillbare Lust auf Süßes und Fettiges. Woher kommt dieses Phänomen – und was noch viel wichtiger ist: Wie schlagen wir diesen übermächtigen Feind der Wunschfigur wirksam in die Flucht?

Wir kennen es alle: Am Samstagvormittag stehen wir noch frustriert auf der Waage oder vor dem Spiegel und beschließen: Jetzt ist Schluss mit der Völlerei. Ab heute essen wir gesund –  Schokolade und Chips waren gestern! Noch am selben Abend stehen wir dann gegen 23 Uhr vor dem Kühlschrank und inhalieren eine Tafel Schokolade oder knuspern vor dem Fernseher eine Tüte Chips. Statt der geplanten Rohkost-Schnitze mit Magerquark, versteht sich.

Aber seid beruhigt: Heißhunger-Attacken dieser Art bringen selbst die willensstärksten und diszipliniertesten Gemüter unter uns ins Wanken. Der Körper schreit nach Kalorienbomben, denen wir am Tag noch widerstehen können – und am Abend wenn alles erledigt ist, gibt’s dann kein Halten mehr. Nicht umsonst gibt es seit einiger Zeit Plastik- oder Metallboxen im Handel, die per Timer verschließbar sind, und in der wir nachts die Süßigkeiten wegsperren können. Unglaublich. Hilft aber im Übrigen.

Naja, und haben wir erst mal ein Stück Schokolade gegessen, kann der Rest der Tafel ja auch gleich hinterher. Macht den Kohl schließlich auch nicht fett, wie das schöne Sprichwort besagt. Aber uns macht es leider eben schon genau das: Fett! Und nicht nur das: Uns plagen im Anschluss Gewissensbisse, wir fühlen uns schlecht. Ein Teufelskreis.

Besonders typisch ist der Heißhunger übrigens bei Frauen, wie Wissenschaftler in einer französischen Studie herausfanden. Circa 30 Prozent der befragten Frauen, aber nur 13 Prozent der Männer suchte ein Mal pro Woche das Phänomen heim. Und was dabei auch herauskam: Frauen sind emotionale Esser, das heißt, sie kompensieren und greifen beispielsweise bei Trauer und Depressionen zu Pommes, Chips und Sweets. Männer sind das Gegenteil: Sie essen, wenn sie gute Laune haben, und dann eher deftig.

Ursachen für Heißhunger: Hunger, Diät, Sport – und wenig Schlaf

Der Hintergrund für Heißhunger ist kein Hexenwerk. Es gibt unterschiedliche Ursachen, die dahinterstecken können. Die physiologisch einfachste ist: Unser Körper hat Hunger. Genauer gesagt: Unser Blut – der Blutzuckerspiegel ist niedrig und benötigt schnelle Energie, die er über das Blut zu den Organen und der Muskulatur transportiert. Dafür sind bestens geeignet genau diese sogenannten kurzkettigen Kohlenhydrate, wie sie beispielsweise in Süßigkeiten enthalten sind. Fazit: Da der Körper Hunger hat und nach wie vor auf Überleben gepolt ist, versucht er verständlicherweise, Nahrung reinzutreiben. Allerdings hat sich die Ernährung seit den Urzeiten, als das Überlebensverhalten programmiert wurde, geändert und enthält viel mehr Kalorien. Hat sich der Urmensch damals ein paar Beeren einverleibt, sind es heute eben die Gummibären. Ergebnis: Wir nehmen zu.

Der Heißhunger schlägt aber auch gerne besonders nach oder während einer Diät zu, da der Körper natürlich auch hier evolutionsbedingt versucht, den Kalorienverlust möglichst schnell wieder auszugleichen. Das Gleiche gilt nach dem Sport: Die Kohlenhydratspeicher, die wir benötigen, um den ganzen Tag auf den Beinen zu sein, sind leer – und unser Körper möchte diese schnellstmöglich wieder füllen. Auch hier sind rasch verfügbare Kohlenhydrate ganz oben mit auf der Liste der begehrten Nahrungsmittel. Und last but not least ist auch Schlafmangel nicht zu unterschätzen: Schlafen wir zu wenig, regenerieren wir schlecht – und diese fehlende Energie holt der Körper über die Kalorien durch den Heißhunger wieder rein. So die plausible Theorie.

Heißhunger ganz einfach wegessen

Also: Wenn euer Geist mal wieder willig ist und das Fleisch schwach: Alles ganz normal – aber was können wir tun, um den Heißhunger auszutricksen? Ganz einfach: Das beste Mittel gegen Heißhunger ist: Essen. Denn: Lust auf Kalorien entsteht wie gesagt nicht ohne Grund, in der Regel fehlen dem Körper Kohlenhydrate, und wir sollten darauf hören. Aber ihn eben mit den richtigen Lebensmitteln füttern. Denn geben wir ihm Süßigkeiten, steigt der Blutzucker schnell an – und fällt durch die verstärkte Insulinausschüttung auch schnell wieder. Ergebnis: Unterzuckerung, Heißhunger, Unterzuckerung, Heißhunger – in einer Endlosschleife.

Aber es gibt natürlich noch eine ganze Menge weiterer Tipps. Probiert am besten individuell aus, was euch am besten hilft. Anbei unsere TOP 10 gegen den Heißhunger!

1. Kaugummi kauen

Am besten so scharfe Kaugummis wie möglich – mit Pfefferminzgeschmack. Denn dieses Aroma breitet sich schnell im Mund aus und verjagt die Lust auf Süßigkeiten. Zähne putzen im Übrigen auch.

2. Sich nichts verbieten

Verbieten wir uns bestimmte Produkte, weckt das erst recht die Lust auf Süßes. Hin und wieder ruhig ein Stück Schokolade essen, ehe es am Ende die ganze Tafel ist. Ooooder unseren Choc Bar probieren = ).

3. Akupressur

Es gibt einen Akupressurpunkt in der Kuhle zwischen Nase und  oberer Lippe. Diese Stelle mit dem Zeigefinger circa 15 Sekunden lang drücken, durchatmen und lockerlassen. Die Stimulierung meldet dem Appetitzentrum im Gehirn, dass der Hunger passé ist.

4. Ballaststoffe essen

Ziehe Vollkornprodukte vor, in jeglicher Form: Brot, Nudeln oder Naturreis enthalten Ballaststoffe, die lange satt machen. Der Darm füllt sich, die Verdauung ist angeregt. Weg mit allen Weißmehlprodukten!

5. Bewegung gegen Stress

Stress ist auch ein Grund für gesteigerten Appetit. Also: Stresshormone abbauen durch Bewegung.

6. Geplant und satt einkaufen

Nur wer sich vor dem Einkauf einen Plan macht, kauft gesund und weniger Kalorienbomben. Außerdem solltet ihr dafür sorgen, dass ihr satt seid, wenn ihr einkaufen geht.

7. Die richtigen Mahlzeiten

Frühstücken! Sonst knurrt schon vor dem Mittagessen der Magen und das Mittagessen fällt umso größer aus. Und: Drei Mal täglich essen: Sobald wir eine Mahlzeit ausfallen lassen, sinkt der Blutzuckerspiegel und unser Körper verlangt sofort nach etwas Essbarem. Und: Immer einen Snack (zum Beispiel unseren vitelements Bar)dabeihaben, falls der Blutzucker doch mal abfällt und noch keine richtige Mahlzeit ansteht.

8. Heißes gegen Heißhunger

Heißes Wasser trinken oder ein heißes Bad nehmen! Stammt aus der Ayurveda-Heilkunde. Hintergrund: Heißes Wasser verstoffwechseln wir nicht – es reinigt den Körper.

9. Riechen

Vanillegeruch stoppt die Lust auf Süßigkeiten. In einer Studie hat man Teilnehmer n ein Vanillepflaster aufgeklebt. Ergebnis: 9 von 10 hatten in dieser Zeit keine Lust auf Süßes! Vermutung: Vanille-Geruch führt im Gehirn zu einer vermehrten Ausschüttung von Serotonin.

10. Mund spülen

Der ausgefallenste Tipp: Mundwasser! Das Verlangen beruht auf dem erwarteten Geschmackserlebnis. Nach einer kräftigen Mundspülung ist die Lust vergangen.